RSV steht für Respiratorisches Synzytial-Virus. Es ist ein häufiger Erreger von Atemwegsinfektionen. Bei älteren Menschen kann eine RSV-Erkrankung schwerer verlaufen, besonders wenn die Gesundheit bereits durch Alter oder relevante Vorerkrankungen beeinträchtigt ist.[1][3]

Für 2026 gilt eine klare STIKO-Empfehlung für ältere Erwachsene. Sie richtet sich jedoch nicht pauschal an alle Menschen ab 60 Jahren. Entscheidend sind Alter, Wohnsituation und bei den 60- bis 74-Jährigen die Schwere bestimmter Grunderkrankungen.[1][3]

Kurz beantwortet: Für wen ist die RSV-Impfung empfohlen?

Die STIKO empfiehlt eine einmalige RSV-Impfung als Standardimpfung für alle Menschen ab 75 Jahren. Sie sollte vorzugsweise im Spätsommer oder Herbst vor der RSV-Saison erfolgen.[1][3]

Für Menschen von 60 bis 74 Jahren ist die RSV-Impfung eine Indikationsimpfung: Sie wird empfohlen, wenn eine schwer ausgeprägte und relevant beeinträchtigende Grunderkrankung vorliegt oder wenn jemand in einer Pflegeeinrichtung lebt.[1][3] Diese Einordnung ersetzt kein Selbsttest. Ob eine Erkrankung in diesem Sinn schwer genug ausgeprägt ist, gehört in ein ärztliches Gespräch.

Was RSV für ältere Erwachsene bedeuten kann

RSV kann Husten, Schnupfen, Fieber und weitere Beschwerden eines Atemwegsinfekts verursachen. Viele Verläufe bleiben unkompliziert. Mit zunehmendem Alter und bei bestimmten Vorerkrankungen steigt jedoch das Risiko, dass die Erkrankung die unteren Atemwege betrifft oder eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich wird.[3][4]

Gerade weil Atemwegsbeschwerden viele Ursachen haben können, lässt sich RSV nicht zuverlässig anhand einzelner Symptome selbst erkennen. Die Impfung ist eine vorbeugende Maßnahme; sie ist keine Behandlung einer bereits bestehenden akuten Erkrankung.

Ab 75 Jahren: Standardimpfung

Für Menschen ab 75 Jahren empfiehlt die STIKO die RSV-Impfung unabhängig davon, ob weitere Erkrankungen bekannt sind. Die Empfehlung ist einmalig und soll möglichst vor Beginn der Saison umgesetzt werden.[1][3]

Das ist ein wichtiger Unterschied zur Grippe- oder COVID-19-Impfung: Die RSV-Impfung wird nach dem Stand der STIKO-Empfehlung 2026 nicht jährlich wiederholt. Ob künftig Auffrischungen nötig sein werden, ist noch nicht abschließend geklärt.[1][2]

Von 60 bis 74 Jahren: Wann eine Vorerkrankung relevant sein kann

Bei 60- bis 74-Jährigen kommt es nicht allein darauf an, dass eine chronische Erkrankung auf dem Befundzettel steht. Die STIKO nennt eine schwer ausgeprägte, relevant beeinträchtigende Grunderkrankung als Voraussetzung für die Indikationsimpfung.[1][3]

Dazu können zum Beispiel schwere Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems oder der Nieren gehören. Auch schwere neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen, hämato-onkologische Erkrankungen, Diabetes mit Komplikationen sowie schwere angeborene oder erworbene Immundefekte werden in der Empfehlung berücksichtigt.[1][2]

Eine leichte, unkomplizierte oder mit Medikamenten gut eingestellte Erkrankung begründet dagegen nicht automatisch eine RSV-Impfempfehlung.[1][3] Das ist keine Wertung der Erkrankung, sondern soll die Impfung auf Gruppen konzentrieren, bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren RSV-Verlauf angenommen wird.

Pflegeeinrichtung: eine eigene Indikation

Menschen zwischen 60 und 74 Jahren, die in einer Pflegeeinrichtung leben, gehören ebenfalls zu den von der STIKO benannten Gruppen.[1][3] Auch hier ist es sinnvoll, den Impfstatus und die zeitliche Planung gemeinsam mit den betreuenden medizinischen Ansprechpartnern zu besprechen.

Wann im Jahr ist die RSV-Impfung sinnvoll?

Die STIKO empfiehlt die RSV-Impfung vorzugsweise im Spätsommer oder Herbst, bevor die RSV-Saison beginnt.[1][3] Wer zu den empfohlenen Gruppen gehört, kann deshalb frühzeitig prüfen lassen, ob ein Beratungstermin und eine Impfung zeitlich sinnvoll planbar sind.

Die proteinbasierten RSV-Impfstoffe können laut RKI gleichzeitig mit einem saisonalen Influenza-Impfstoff oder einem COVID-19-mRNA-Impfstoff gegeben werden. Für die gleichzeitige Gabe des mRNA-RSV-Impfstoffs mit der saisonalen Influenza-Impfung liegen bislang keine Daten vor.[5] Ob mehrere Impfungen am selben Termin im individuellen Fall passend sind, hängt von der persönlichen Situation und den jeweiligen Fachinformationen ab.

Einmalig, nicht jährlich – und keine Produktpräferenz

Für die RSV-Impfung älterer Erwachsener sind drei Impfstoffe in die STIKO-Empfehlung einbezogen: zwei proteinbasierte Impfstoffe und ein mRNA-Impfstoff. Die STIKO spricht keine Präferenz für ein bestimmtes Produkt aus.[2][3]

Die Empfehlung lautet derzeit auf eine einmalige Impfung. Ein routinemäßiger jährlicher Termin wie bei der Grippeimpfung ist daraus nicht abzuleiten. Auch die Frage nach möglichen Auffrischungen ist noch offen.[1][2]

Was zur Sicherheit bekannt ist

Wie nach anderen Impfungen können vorübergehende Reaktionen auftreten, etwa Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Kopf- oder Muskelschmerzen.[4][6] Solche Beschwerden klingen in der Regel wieder ab.

Das RKI weist außerdem auf ein Signal aus der US-Postmarketingüberwachung für das Guillain-Barré-Syndrom nach proteinbasierten RSV-Impfstoffen hin. Die Größe eines möglichen Risikos lässt sich derzeit nicht verlässlich quantifizieren.[6] Ein beobachtetes Signal beweist für sich genommen keine Ursache-Wirkungs-Beziehung. Wer nach einer Impfung ungewöhnliche oder anhaltende Beschwerden bemerkt, sollte sie medizinisch abklären lassen.

Gut vorbereitet ins Beratungsgespräch

Ein kurzer Blick auf diese Punkte kann helfen, die Beratung strukturiert zu führen:

  • Notieren Sie Ihr Alter, relevante Vorerkrankungen und aktuelle Behandlungen.
  • Bringen Sie Ihren Impfpass mit, wenn er vorhanden ist.
  • Sprechen Sie an, wenn Sie in einer Pflegeeinrichtung leben oder eine frühere schwere Impfreaktion erlebt haben.
  • Fragen Sie bei mehreren geplanten Impfungen nach einer sinnvollen zeitlichen Planung.
  • Nutzen Sie die Beratung, wenn unklar ist, ob eine bestehende Erkrankung als schwer und relevant beeinträchtigend einzuordnen ist.

Informationen zu hausärztlichen Leistungen und Vorsorge finden Sie auf der Seite Diagnostik & Leistungen des Hausarztzentrums Rheinbach. Eine individuelle Impfempfehlung oder eine Zusage zur Verfügbarkeit eines bestimmten Impfstoffs lässt sich aus diesem Artikel nicht ableiten.

Wann sollte rasch medizinische Hilfe eingeholt werden?

Akute Atemwegsbeschwerden sollten nicht nur mit Blick auf RSV beurteilt werden. Bei zunehmender Atemnot, Brustschmerz, Verwirrtheit, bläulichen Lippen oder Haut oder einer deutlichen akuten Verschlechterung sollte zeitnah medizinische Hilfe eingeholt werden. Bei lebensbedrohlichem Eindruck rufen Sie den Notruf 112.

Für die Impfentscheidung ist eine ärztliche Beratung besonders sinnvoll, wenn Sie zwischen 60 und 74 Jahre alt sind und eine relevante Vorerkrankung haben, wenn Ihr Impfstatus unklar ist oder wenn Sie Fragen zu früheren Impfreaktionen, Allergien oder der Kombination mit anderen Impfungen haben.

RSV-Impfung in Rheinbach sachlich besprechen

Die RSV-Empfehlung der STIKO kann ein Anlass sein, Alter, Vorerkrankungen, Impfpass und die zeitliche Planung in Ruhe zu prüfen. Wenn Sie dazu Beratung wünschen, können Sie online einen Termin vereinbaren. Die Beratung dient der individuellen Einordnung; sie ist keine Zusage für ein bestimmtes Impfangebot, eine Kostenübernahme oder einen bestimmten Praxisablauf.