Die COVID-19-Auffrischimpfung ist 2026 nicht pauschal für alle Erwachsenen vorgesehen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie einmal pro Saison vor allem für Menschen ab 75 Jahren sowie für bestimmte Risiko- und Expositionsgruppen.[1][2]
Der bevorzugte Zeitpunkt liegt zu Beginn der Saison im Spätsommer oder Frühherbst. Ob eine Auffrischung im persönlichen Fall sinnvoll ist, hängt unter anderem von Alter, Vorerkrankungen, einer vorausgegangenen Infektion und dem bisherigen Impfstatus ab.
Kurz beantwortet: Für wen ist die Auffrischung empfohlen?
Eine jährliche COVID-19-Auffrischung empfiehlt die STIKO 2026 als Standard ab 75 Jahren. Außerdem zählen unter anderem Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen, Bewohnende von Pflegeeinrichtungen, Personen mit erhöhtem Risiko in Einrichtungen der Eingliederungshilfe sowie ausgewählte Kontakt- und Berufsgruppen zu den empfohlenen Zielgruppen.[1][2]
Die Empfehlung ersetzt keine individuelle Impfberatung. Gerade bei mehreren Erkrankungen, einer Immunschwäche oder unklarem Impf- beziehungsweise Infektionsstatus ist eine ärztliche Einordnung wichtig.
Diese Gruppen stehen im Mittelpunkt der STIKO-Empfehlung
Menschen ab 75 Jahren
Ab 75 Jahren besteht eine jährliche Standardempfehlung für eine COVID-19-Auffrischimpfung. Die STIKO empfiehlt dabei eine Impfung einmal pro Saison.[1][2]
Die Empfehlung sagt nicht, dass eine Impfung für jede Person zu jedem Zeitpunkt gleich geeignet ist. Persönliche Faktoren wie der bisherige Impfstatus oder eine kürzlich durchgemachte Infektion gehören in die Beratung.
Menschen mit erhöhtem gesundheitlichem Risiko
Auch Personen ab sechs Monaten mit einer Grunderkrankung, die das Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf erhöhen kann, gehören zu den Zielgruppen. Die STIKO nennt beispielhaft chronische Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems, der Leber oder Nieren, Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen, Adipositas, bestimmte neurologische Erkrankungen, Immundefizienz, Krebserkrankungen sowie Long-/Post-COVID oder PAIS.[2]
Diese Beispiele sind keine vollständige Selbsttest-Liste. Ob eine Grunderkrankung im Einzelfall eine Auffrischung begründet, sollte ärztlich besprochen werden.
Pflegeeinrichtungen, Kontaktpersonen und bestimmte Berufsgruppen
Die Empfehlung umfasst auch Bewohnende von Pflegeeinrichtungen und Menschen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Sie kann außerdem für bestimmte Personen in Pflege- und medizinischen Berufen sowie für enge Kontaktpersonen von Menschen gelten, bei denen keine schützende Immunantwort zu erwarten ist.[2]
Entscheidend ist die jeweilige persönliche oder berufliche Situation – nicht allein eine Berufsbezeichnung oder ein einzelnes Risiko.
Schwangerschaft, Kinder und Jugendliche
Für Schwangere mit einer relevanten Grunderkrankung oder einer schwangerschaftsassoziierten Komplikation ist die Auffrischung ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel vorgesehen. Für gesunde Schwangere ohne diese Konstellation besteht 2026 keine regelhafte Auffrischindikation.[1][2]
Für gesunde Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren empfiehlt die STIKO keine COVID-19-Impfung. Eine jährliche Auffrischung kommt in dieser Altersgruppe nur bei den genannten Risiko- oder Expositionssituationen in Betracht.[1]
Wann ist der passende Zeitpunkt im Herbst?
Die jährliche Impfung soll bevorzugt zu Beginn der Saison im Spätsommer oder Frühherbst erfolgen. Wer diesen Zeitpunkt verpasst, kann die Impfung im weiteren Saisonverlauf nachholen lassen.[2]
Ein fester Kalendertag lässt sich daraus nicht ableiten. Saisonverlauf, individuelle Situation und aktuelle Empfehlungen können sich ändern.
Was gilt nach einer SARS-CoV-2-Infektion oder einer früheren Impfung?
Zwischen einer nachgewiesenen SARS-CoV-2-Infektion oder der letzten COVID-19-Impfung und der nächsten Impfung soll möglichst ein Mindestabstand von sechs Monaten liegen.[2]
Eine Infektion ist deshalb kein Anlass für eine pauschale Regel wie „nie wieder impfen“. Bei immungesunden Personen in einer Risikogruppe kann eine im laufenden Jahr durchgemachte Infektion für die saisonale Einordnung relevant sein. Wie dies im Einzelfall zu bewerten ist, sollte ärztlich geklärt werden.[1]
Was die Impfung leisten kann – und was nicht
Die STIKO richtet ihre Empfehlung an Gruppen mit erhöhtem Risiko für schwere COVID-19-Verläufe oder erhöhtem arbeitsbedingten SARS-CoV-2-Infektionsrisiko.[1][2]
Aus einer Impfempfehlung lässt sich keine Garantie ableiten, dass eine Infektion, eine Übertragung oder Langzeitfolgen verhindert werden. Aussagen zu einer konkreten Schutzdauer, Wirksamkeitszahl, Produktwahl oder Verfügbarkeit gehören nicht in eine allgemeine Empfehlung ohne aktuelle, produktspezifische Information.
Individuell klären: Diese Fragen gehören in die Beratung
Eine ärztliche Beratung ist besonders sinnvoll bei Immundefizienz, einer Schwangerschaft mit Komplikation, neu aufgetretener Grunderkrankung, unklarer Infektionsanamnese oder Fragen zu möglichen Gegenanzeigen.
Für die konkrete Impfstoffauswahl sowie bekannte Risiken und Gegenanzeigen ist die aktuelle Fach- oder Gebrauchsinformation des tatsächlich verwendeten Produkts maßgeblich. Verdachtsmeldungen über unerwünschte Reaktionen belegen für sich genommen keinen ursächlichen Zusammenhang.[3]
Alltagstauglich vorbereiten
- Prüfen Sie im Spätsommer oder Frühherbst, ob Sie zu einer STIKO-Zielgruppe gehören oder ob Ihr Impfstatus unklar ist.[1][2]
- Notieren Sie bekannte COVID-19-Infektionen und das Datum der letzten Impfung, damit der zeitliche Abstand eingeordnet werden kann.[2]
- Bringen Sie Informationen zu relevanten Vorerkrankungen, laufenden Behandlungen und früheren Impfreaktionen zum Gespräch mit.
- Sprechen Sie offene Fragen zu empfohlenen Impfungen im Rahmen einer hausärztlichen Beratung an. Informationen zum Leistungsbereich finden Sie unter Impfungen & Reiseberatung.
Wann sollte medizinische Hilfe eingeholt werden?
Dieser Beitrag kann eine individuelle Aufklärung nicht ersetzen. Beschwerden, die über erwartete Impfreaktionen hinausgehen oder Anlass zur Sorge geben, sollten ärztlich abgeklärt werden. Bei einer lebensbedrohlichen Situation gelten die üblichen Notfallwege.
Auch für die Impfentscheidung gilt: Bei Unsicherheit zu einer STIKO-Empfehlung, Schwangerschaft, relevanten Vorerkrankungen, früheren schweren allergischen Reaktionen oder Fragen zum vorgesehenen Impfstoff ist eine persönliche Beratung sinnvoll.
COVID-19-Auffrischung sachlich besprechen
Im Hausarztzentrum Rheinbach können Sie allgemeine Fragen zum Impfstatus und zu empfohlenen Impfungen im Rahmen der hausärztlichen Beratung ansprechen. Informationen zum Leistungsbereich finden Sie unter Impfungen & Reiseberatung.
Eine Beratung kann helfen, die persönliche Situation einzuordnen. Sie ist jedoch keine Zusage zu Impfstoffverfügbarkeit, Kostenübernahme oder einem bestimmten Praxisablauf.


