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Impfungen

HPV-Impfung für Mädchen und Jungen: Was Eltern zu Alter, Nachholen und Schutz wissen sollten

HPV-Impfung: Für wen sie empfohlen ist, wann zwei oder drei Dosen vorgesehen sind und was bei einem unvollständigen Impfpass wichtig ist.

Veröffentlicht am 2. Oktober 2026Autor: Hausarztzentrum Rheinbach5 Min. Lesezeit
Abstrakte, unbeschriftete Illustration eines Impfpasses mit Schutzsymbol als Hinweis auf HPV-Prävention.
KI-generierte Illustration

Die kurze Antwort: Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Beginnt die Impfserie in diesem Alter, sind zwei Dosen mit mindestens fünf Monaten Abstand vorgesehen. Nicht begonnene oder unvollständige Impfungen sollen möglichst bald und vor dem 18. Geburtstag nachgeholt werden.[1][2]

Warum HPV-Prävention Mädchen und Jungen betrifft

Humane Papillomviren, kurz HPV, sind verbreitet. Bestimmte HPV-Typen können langfristig unter anderem Krebserkrankungen verursachen. Die Impfung ist deshalb eine Vorsorgemaßnahme für Mädchen und Jungen; sie ist nicht auf ein Geschlecht beschränkt.[1][4]

Über HPV zu sprechen, muss weder peinlich noch wertend sein. Den höchsten Schutz bietet die Impfung idealerweise vor möglichen ersten Kontakten mit HPV. Das beschreibt einen medizinischen Zusammenhang – nicht die persönliche Lebenssituation eines Kindes oder Jugendlichen.[1][3]

Frühere sexuelle Kontakte schließen die STIKO-Nachholimpfung vor dem 18. Geburtstag nicht aus. Ein Nachweis oder Gespräch über persönliches Sexualverhalten ist dafür keine Voraussetzung.[1][2]

Für wen und wann die HPV-Impfung empfohlen ist

Die STIKO empfiehlt die HPV-Impfung als Standardimpfung für Mädchen und Jungen von 9 bis 14 Jahren.[1][4] In diesem Alter ist der Impfpass ein guter Anlass, auch andere empfohlene Impfungen zu prüfen.

Zwei oder drei Dosen: Das Alter beim Start zählt

Für einen Beginn der Impfserie zwischen dem 9. und 14. Geburtstag sind zwei Dosen vorgesehen. Zwischen beiden Dosen müssen mindestens fünf Monate liegen. Wurden die ersten zwei Dosen in einem kürzeren Abstand gegeben, ist eine dritte Dosis erforderlich.[2]

Beginnt die Impfserie erst ab dem Alter von 15 Jahren, sind drei Dosen erforderlich.[2] Welche Termine im Einzelfall passen, richtet sich nach dem Alter bei Beginn, den dokumentierten Impfungen und der jeweiligen Produktinformation. Ein Blogartikel kann keine persönliche Dosisplanung ersetzen.

Bei einem unvollständigen Impfpass bitte nicht eigenständig neu beginnen oder Abstände festlegen. Das Alter bei der ersten Dosis bleibt maßgeblich; eine unterbrochene Serie wird in der Regel vervollständigt. Bringen Sie den Impfpass zur ärztlichen Prüfung mit.

HPV-Impfung nachholen: Was bei einem fehlenden Eintrag wichtig ist

Versäumte HPV-Impfungen sollen möglichst bald und vor dem 18. Geburtstag nachgeholt werden.[1][2] Fehlt eine Dosis oder wurde eine Serie unterbrochen, wird sie nach den RKI-Informationen in der Regel vervollständigt; ein routinemäßiger Neubeginn ist nicht vorgesehen.[2]

Hilfreich für das Gespräch in der Praxis sind:

  • der Impfpass oder andere verlässliche Unterlagen zu bereits erfolgten Impfungen,
  • das Alter, in dem die erste HPV-Dosis gegeben wurde,
  • Hinweise auf frühere Impfungen, wenn der Pass verloren oder unvollständig ist.

Die Praxis kann so prüfen, welche Einträge dokumentiert sind und ob weitere Schritte nach den geltenden Empfehlungen erforderlich sind.

Was gilt nach dem 18. Geburtstag?

Ab dem 18. Geburtstag besteht keine allgemeine STIKO-Nachhol-Empfehlung für die HPV-Impfung.[1][4] Das bedeutet nicht automatisch, dass eine Impfung ausgeschlossen oder immer selbst zu bezahlen ist. Medizinische Einordnung, eine mögliche Kostenübernahme und die individuelle Situation sollten vorab ärztlich und gegebenenfalls mit der Krankenkasse geklärt werden.[4]

Pauschale Zusagen zu Nutzen, Kosten oder einem festen Impfschema für Erwachsene wären nicht angemessen. Wenn Sie Fragen haben, bringen Sie vorhandene Impfdokumente zum Gespräch mit.

Was bei Sicherheit und Verträglichkeit wichtig ist

Wie bei anderen Impfungen können vorübergehend Beschwerden an der Einstichstelle auftreten, zum Beispiel Schmerzen, Rötung oder Schwellung. Bei Jugendlichen können kurzfristig Schwindel oder Kreislaufreaktionen bis hin zu einer Ohnmacht auftreten. Deshalb erfolgt die Impfung nicht im Stehen; die Praxis gestaltet Durchführung und Beobachtung nach ihrem Ablauf.[3]

Bei einer bekannten schweren allergischen Reaktion nach einer früheren Dosis oder auf einen Impfstoffbestandteil sollte die Impfung nicht eigenständig geplant, sondern zuvor ärztlich abgeklärt werden. Bei einer schweren akuten Erkrankung wird in der Regel bis zur Genesung gewartet. Welche Vorgehensweise im Einzelfall passt, wird vor Ort medizinisch entschieden.[3]

Was die HPV-Impfung kann – und was nicht

Die HPV-Impfung dient der Vorbeugung. Sie behandelt keine bestehende HPV-Infektion, keine Feigwarzen, keine Zellveränderungen und keine Krebserkrankung.[1]

Sie ersetzt auch keine empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen. Vorsorge und Früherkennung bleiben wichtig, weil die Impfung nicht alle gesundheitlichen Fragen rund um HPV abdeckt.[1]

Neue, anhaltende oder beunruhigende Beschwerden sollten unabhängig von einer Impfberatung regulär ärztlich abgeklärt werden.

Wann eine hausärztliche Beratung sinnvoll ist

Eine Impfpassprüfung ist besonders sinnvoll, wenn

  • Ihr Kind zwischen 9 und 17 Jahre alt ist und noch keine HPV-Impfung dokumentiert ist,
  • Dosen oder Impfdaten im Pass fehlen oder unklar sind,
  • eine Impfserie begonnen, aber nicht abgeschlossen wurde,
  • Sie nach dem 18. Geburtstag eine individuelle Beratung zu HPV-Impfung und möglichen Kosten wünschen.

Im Hausarztzentrum Rheinbach kann eine ärztliche Impfberatung den dokumentierten Impfstatus und den passenden Terminweg mit Ihnen besprechen. Für einen Termin können Sie die Online-Terminvereinbarung nutzen oder bei Unklarheiten vorab Kontakt mit der Praxis aufnehmen.

Häufige Fragen zur HPV-Impfung

Wird die HPV-Impfung nur Mädchen empfohlen?

Nein. Die STIKO empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen von 9 bis 14 Jahren.[1][4]

Ist eine Impfung noch sinnvoll, wenn der erste sexuelle Kontakt schon war?

Die Impfung bietet den höchsten Schutz vor einem möglichen Kontakt mit HPV. Frühere sexuelle Kontakte schließen die STIKO-Nachholimpfung für unter 18-Jährige nicht aus; ein Nachweis oder Gespräch über persönliches Sexualverhalten ist dafür keine Voraussetzung.[1][2]

Was ist bei einer unterbrochenen Impfserie zu tun?

Lassen Sie den Impfpass ärztlich prüfen. Das Alter bei der ersten Dosis bleibt maßgeblich. Nach RKI-Informationen soll eine unterbrochene Serie vervollständigt und nicht routinemäßig neu begonnen werden.[2]

Gibt es eine Auffrischimpfung gegen HPV?

Für die routinemäßige HPV-Impfung wird keine regelmäßige Auffrischimpfung empfohlen.[1]

Quellen

  1. Robert Koch-Institut (RKI): Schutzimpfung gegen Humane Papillomviren. Abgerufen am 02.10.2026.
  2. Robert Koch-Institut (RKI): HPV-Impfung – Umsetzung. Abgerufen am 02.10.2026.
  3. Robert Koch-Institut (RKI): HPV-Impfung – Sicherheit und Wirksamkeit. Stand: 29.05.2026, abgerufen am 02.10.2026.
  4. Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): HPV-Schutzimpfung. Abgerufen am 02.10.2026.

Quellen und weiterführende Informationen

Häufige Fragen

Warum wird die HPV-Impfung auch Jungen empfohlen?

Die STIKO empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen. HPV kann bei allen Geschlechtern Erkrankungen verursachen; die Impfung ist eine Präventionsmaßnahme.

Wie viele HPV-Impfungen braucht mein Kind?

Bei Beginn im Alter von 9 bis 14 Jahren sind zwei Dosen mit mindestens fünf Monaten Abstand vorgesehen. Waren die ersten zwei Dosen kürzer als fünf Monate auseinander, ist eine dritte Dosis erforderlich. Beginnt die Serie ab 15 Jahren, sind drei Dosen erforderlich.

Kann die HPV-Impfung nachgeholt werden?

Versäumte HPV-Impfungen sollen möglichst bald und vor dem 18. Geburtstag nachgeholt werden. Bei fehlenden oder unklaren Einträgen sollte die Praxis den Impfpass prüfen.

Muss die HPV-Impfung vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgen?

Den höchsten Schutz bietet die Impfung idealerweise vor möglichen ersten Kontakten mit HPV. Frühere sexuelle Kontakte schließen die STIKO-Nachholimpfung vor dem 18. Geburtstag nicht aus; ein Nachweis oder Gespräch über persönliches Sexualverhalten ist dafür keine Voraussetzung.

Was ist bei einer unterbrochenen Impfserie zu tun?

Das Alter bei der ersten HPV-Dosis bleibt maßgeblich. Eine unterbrochene Serie wird in der Regel vervollständigt und nicht routinemäßig neu begonnen; die konkreten Abstände prüft die Praxis anhand des Impfpasses und der Produktinformation.

Werden HPV-Impfungen nach dem 18. Geburtstag bezahlt?

Ab 18 Jahren gibt es keine allgemeine STIKO-Nachhol-Empfehlung. Ob eine Impfung medizinisch sinnvoll ist und ob Kosten übernommen werden, wird individuell und gegebenenfalls mit der Krankenkasse geklärt.

Termin vereinbaren

Impfpass prüfen lassen

Wenn HPV-Impfungen im Impfpass fehlen oder Einträge unklar sind, kann eine ärztliche Impfberatung helfen, den Impfstatus einzuordnen und das weitere Vorgehen zu besprechen.

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Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung, Untersuchung oder Behandlung.

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