Die Grippeschutzimpfung 2026/27 ist vor allem für Menschen wichtig, bei denen eine Influenza mit einem höheren Risiko für einen schweren Verlauf verbunden sein kann. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die jährliche Impfung unter anderem ab 60 Jahren, in bestimmten Schwangerschaftssituationen, bei relevanten Grunderkrankungen sowie für weitere Risiko-, Kontakt- und Berufsgruppen.[1]

Für viele Menschen ist der Herbst ein guter Anlass, den Impfstatus prüfen zu lassen. Dieser Artikel erklärt, für wen die Impfung empfohlen wird, wann sie üblicherweise erfolgt und welche Fragen besser individuell in der Praxis geklärt werden.

Kurz beantwortet: Für wen ist die Grippeimpfung empfohlen?

Die STIKO empfiehlt die saisonale Influenza-Impfung für alle Personen ab 60 Jahren. Darüber hinaus gehören Schwangere, Menschen mit bestimmten gesundheitlichen Risiken, Bewohnende von Pflegeeinrichtungen sowie ausgewählte Kontakt- und Berufsgruppen zu den empfohlenen Zielgruppen.[1]

Die Empfehlung ist keine Ferndiagnose. Ob sie im Einzelfall zutrifft und welcher Impfstoff passend ist, wird in der Impfberatung unter Berücksichtigung von Alter, Vorerkrankungen, bisherigen Impfungen und möglichen Allergien besprochen.

Diese Gruppen stehen im Mittelpunkt der STIKO-Empfehlung

Menschen ab 60 Jahren

Ab 60 Jahren empfiehlt die STIKO die jährliche Influenza-Impfung. Für diese Altersgruppe werden ein inaktivierter Hochdosis- oder ein MF-59-adjuvantierter Influenza-Impfstoff mit aktueller WHO-Antigenkombination gleichwertig empfohlen.[1]

Das bedeutet nicht, dass ein bestimmtes Präparat für jede Person geeignet oder verfügbar ist. Die konkrete Auswahl gehört in die ärztliche Aufklärung.

Schwangerschaft

Schwangeren wird die Influenza-Impfung in der Regel ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel empfohlen. Besteht durch ein Grundleiden eine erhöhte gesundheitliche Gefährdung, gilt die Empfehlung bereits ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel.[1]

Wer schwanger ist oder eine Schwangerschaft plant, sollte individuelle Fragen zur Impfung mit der betreuenden Praxis besprechen.

Bestimmte Grunderkrankungen

Eine jährliche Impfung wird auch Menschen ab sechs Monaten mit bestimmten Grunderkrankungen empfohlen. Dazu zählen je nach Situation beispielsweise chronische Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems, der Leber oder Nieren, Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen, neurologische Erkrankungen sowie Immundefizienz oder HIV.[1]

Diese Beispiele sind kein Selbsttest. Gerade bei mehreren Erkrankungen oder einer immunsuppressiven Behandlung sollte die individuelle Situation ärztlich eingeordnet werden.

Pflegeeinrichtungen sowie Kontakt- und Berufsgruppen

Auch Bewohnende von Pflegeeinrichtungen gehören zu den STIKO-Zielgruppen. Zusätzlich kann die Impfung für bestimmte Personen empfohlen sein, die engen Kontakt zu besonders gefährdeten Menschen haben oder beruflich einem erhöhten Expositionsrisiko ausgesetzt sind.[1]

Wann ist der übliche Zeitpunkt für die Grippeimpfung?

Das RKI nennt für die Influenza-Impfung üblicherweise den Zeitraum von Oktober bis Mitte Dezember. Nach der Impfung dauert es etwa 10 bis 14 Tage, bis sich der Impfschutz vollständig aufgebaut hat.[2]

Wer diesen Zeitraum verpasst hat, sollte nicht automatisch davon ausgehen, dass eine Impfung keinen Sinn mehr hat. Ob eine Nachholimpfung im weiteren Saisonverlauf sinnvoll ist, kann individuell besprochen werden.[2]

Für die Saison 2026/27 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die empfohlene Antigenzusammensetzung für Impfstoffe auf der Nordhalbkugel veröffentlicht.[4] Die deutsche Empfehlung, für wen die Impfung vorgesehen ist, richtet sich jedoch nach der STIKO.

Was die Grippeschutzimpfung leisten kann – und was nicht

Die saisonale Influenza-Impfung kann das Risiko einer Influenza-Erkrankung und schwerer Verläufe senken. Sie bietet jedoch keinen vollständigen Schutz: Auch nach einer Impfung kann eine Influenza auftreten.[2]

Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen Influenza und einer Erkältung. Die Grippeimpfung schützt nicht gegen alle Atemwegsinfekte, denn diese können durch verschiedene andere Erreger verursacht werden.[2]

Bei den für Erwachsene verwendeten Influenza-Totimpfstoffen kann die Impfung selbst keine Influenza-Erkrankung auslösen. Möglich sind vorübergehende Reaktionen, etwa Beschwerden an der Einstichstelle oder ein allgemeines Krankheitsgefühl. Solche Impfreaktionen sind nicht dasselbe wie eine Grippe.[2]

Vor der Impfung: Was sollte geklärt werden?

Impfungen brauchen eine individuelle Aufklärung. Besonders sinnvoll ist ein ärztliches Gespräch, wenn der Impfstatus unklar ist, eine Schwangerschaft besteht oder eine Grunderkrankung, Immunschwäche, eine frühere schwere allergische Reaktion nach einer Impfung oder eine bekannte schwere Allergie gegen einen Bestandteil des vorgesehenen Impfstoffs berücksichtigt werden muss.

Bei schweren akuten Erkrankungen sollte die Impfung erst nach der Genesung erfolgen. Ein banaler Infekt mit einer Temperatur unter 38,5 °C ist nach den allgemeinen RKI-Hinweisen dagegen nicht automatisch ein Grund, die Impfung zu verschieben.[3]

Auch Fragen zu möglichen Bestandteilen, zur Produktwahl oder zu früheren Impfreaktionen lassen sich nicht sicher anhand eines allgemeinen Artikels beantworten. Hier zählt die persönliche Anamnese und, wenn erforderlich, die aktuelle Fachinformation des konkret verwendeten Impfstoffs.

Alltagstauglich planen: So behalten Sie den Überblick

  • Prüfen Sie im Herbst, ob Sie zu einer STIKO-Zielgruppe gehören oder ob Ihr Impfstatus unklar ist.[1]
  • Planen Sie den Zeitraum bis zum vollständigen Schutz mit ein: Er baut sich nicht sofort, sondern in etwa 10 bis 14 Tagen auf.[2]
  • Verschieben Sie eine Impfung bei einer schweren akuten Erkrankung nicht eigenmächtig auf unbestimmte Zeit, sondern klären Sie das Vorgehen nach der Genesung.[3]
  • Bringen Sie Informationen zu früheren Impfreaktionen, Allergien und relevanten Vorerkrankungen zum Gespräch mit.
  • Nutzen Sie einen regulären Vorsorgetermin, um offene Fragen zum Impfstatus anzusprechen. Auch im Rahmen eines Gesundheits-Check-ups und der Präventionsmedizin kann ein Blick auf präventive Maßnahmen sinnvoll sein.

Wann sollte medizinische Hilfe eingeholt werden?

Dieser Beitrag ersetzt keine Untersuchung und keine individuelle Impfaufklärung. Wenn Atemnot, starke Brustschmerzen, Bewusstlosigkeit oder eine andere lebensbedrohliche Situation auftreten, rufen Sie den Notruf 112.[5] Bei Beschwerden ohne Lebensgefahr, die dennoch zeitnah abgeklärt werden sollten, nutzen Sie eine geeignete medizinische Anlaufstelle.

Für die Impfentscheidung selbst gilt: Bei Unsicherheit über eine STIKO-Empfehlung, bei Schwangerschaft, relevanten Vorerkrankungen, nach einer früheren schweren allergischen Reaktion auf eine Impfung, bei bekannter schwerer Allergie gegen einen Bestandteil des vorgesehenen Impfstoffs oder bei Fragen zur Impfstoffauswahl ist eine individuelle Beratung sinnvoll.

Grippeschutzimpfung in Rheinbach sachlich besprechen

Im Hausarztzentrum Rheinbach können Sie allgemeine Fragen zum Impfstatus und zu empfohlenen Impfungen im Rahmen der hausärztlichen Beratung ansprechen. Informationen zum Leistungsbereich finden Sie unter Impfungen & Reiseberatung.

Eine Beratung kann helfen, die persönliche Situation einzuordnen. Sie ist jedoch keine Zusage zu Impfstoffverfügbarkeit, Kostenübernahme oder einem bestimmten Praxisablauf.