Lungenfunktionstest: Was die Untersuchung zeigen kann – und was nicht
Ein Lungenfunktionstest – häufig als Spirometrie durchgeführt – misst Atemvolumina und Atemflüsse. Er kann bei bestimmten Beschwerden oder Fragestellungen wichtige Hinweise liefern. Ein einzelner Messwert erklärt jedoch nicht automatisch jede Atemnot und ersetzt keine ärztliche Gesamteinordnung.
Kurz gesagt: Wofür ist der Test da?
Die Spirometrie ist eine Basisuntersuchung der Lungenfunktion. Sie hilft vor allem dabei, mögliche Verengungen der Atemwege objektiv zu erfassen. Das kann etwa bei Verdacht auf Asthma oder COPD, bei anhaltendem Husten, Auswurf oder Atemnot sowie zur Verlaufskontrolle einer bekannten Atemwegserkrankung sinnvoll sein.12
Auch bei einer ärztlich begründeten Frage vor einem Eingriff oder zur Beurteilung einer Therapie kann eine Lungenfunktionsprüfung in Betracht kommen. Ob sie im Einzelfall passt, hängt von Beschwerden, Vorgeschichte und der konkreten Fragestellung ab.
Was misst eine Spirometrie?
Bei der Spirometrie werden unter anderem die Menge der ein- und ausgeatmeten Luft sowie die Geschwindigkeit des Ausatmens erfasst. Die Untersuchung kann Hinweise darauf geben, ob die Atemwege verengt sein könnten.
Für die Beurteilung ist die Qualität der Messung entscheidend: Es braucht verständliche Anleitung, aktive Mitarbeit und wiederholbare Atemmanöver. Bei einer Asthma-Fragestellung gehört die objektive Erfassung einer variablen, zumindest teilweise reversiblen Atemwegsobstruktion zur diagnostischen Einordnung.13
So läuft die Untersuchung ab
Sie atmen nach Anleitung über ein Mundstück; häufig wird die Nase mit einer Klemme verschlossen. Danach führen Sie mehrere kontrollierte und teils kräftige Atemmanöver aus. Die Praxis achtet darauf, ob die Manöver ausreichend und vergleichbar gelingen.
Im Anschluss wird der Befund nicht isoliert betrachtet. Ärztlich relevant sind immer auch Ihre Beschwerden, die körperliche Untersuchung, Vorerkrankungen, Medikamente, frühere Befunde und die Qualität der Messung.
Was der Lungenfunktionstest nicht zeigen kann
Eine Spirometrie ist kein vollständiger Gesundheits-Check und keine Krebsfrüherkennung. Sie kann nicht alle Ursachen von Atemnot erfassen. Auch den Gasaustausch oder sämtliche Lungenvolumina bildet sie nicht ab. Hierfür können – je nach Fragestellung – weitere Untersuchungen erforderlich sein.14
Ein unauffälliger Test schließt deshalb nicht jede Atemwegserkrankung aus. Umgekehrt ist ein auffälliger Wert keine Diagnose per Ferninterpretation. Wenn Beschwerden und Ergebnis nicht zusammenpassen oder der Befund komplex ist, kann eine weiterführende ärztliche oder fachärztliche Diagnostik sinnvoll sein.
Wichtig ist außerdem die Abgrenzung: Eine Spirometrie in Ruhe ist nicht dasselbe wie eine Spiroergometrie. Bodyplethysmographie und Diffusionsmessung sind weiterführende Verfahren und nicht automatisch Bestandteil einer Spirometrie.
Vorbereitung: Bitte individuell absprechen
Kommen Sie möglichst ausgeruht zur Untersuchung. Medikamente sollten Sie nicht eigenständig absetzen oder umstellen. Wenn vor Ihrem Termin etwas Besonderes zu beachten ist, erhalten Sie dazu individuelle Hinweise von der Praxis oder Ihrer behandelnden Ärztin bzw. Ihrem behandelnden Arzt.2
Wann sollte Atemnot sofort abgeklärt werden?
Bei lebensbedrohlicher Atemnot, einem schweren Asthmaanfall, Bewusstlosigkeit oder starkem Brustschmerz rufen Sie den Notruf 112. Warten Sie in solchen Situationen nicht auf einen Termin zur Diagnostik.5
Lungenfunktionsdiagnostik in unserer Praxis
Das Hausarztzentrum Rheinbach verfügt über digitale Lungenfunktionssysteme. Ob und welche Untersuchung bei Ihrer Fragestellung sinnvoll ist, wird individuell ärztlich eingeordnet. Für spezielle Diagnostik bitten wir um telefonische Kontaktaufnahme: 02226 2690.6

