Ob Sie für eine Blutentnahme nüchtern sein müssen, etwas trinken dürfen oder Medikamente zu einem bestimmten Zeitpunkt einnehmen sollen, lässt sich nicht pauschal beantworten. Das hängt von der angeforderten Untersuchung, dem Laborauftrag und Ihrer persönlichen Behandlung ab.

Am wichtigsten sind deshalb die Hinweise, die Sie von der Praxis, dem anordnenden Labor oder Ihrer Ärztin beziehungsweise Ihrem Arzt erhalten haben. Wenn Ihnen keine Vorbereitung mitgeteilt wurde oder etwas unklar ist, fragen Sie bitte vor dem Termin nach.[1][2]

Kurz beantwortet: Die Vorgaben für Ihren Auftrag gehen vor

Nicht jede Blutuntersuchung braucht dieselbe Vorbereitung. Manche Werte werden unter standardisierten Bedingungen bestimmt, andere nicht. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung weist darauf hin, dass für die Präanalytik das Handbuch des jeweiligen Facharztlabors und gegebenenfalls eine persönliche Rücksprache maßgeblich sind.[1]

Das bedeutet: Folgen Sie den konkreten Anweisungen für Ihren Termin. Definieren Sie Nüchternheit, Trinkmengen oder Einnahmezeiten nicht selbst anhand allgemeiner Internet-Tipps.

Nüchtern zur Blutentnahme – nur wenn es für Sie angeordnet wurde

„Nüchtern“ ist keine allgemeine Pflicht vor jeder Blutentnahme. Ob es nötig ist, richtet sich nach der Fragestellung und den zu bestimmenden Werten. Wenn Ihnen Nüchternheit oder eine bestimmte Uhrzeit mitgeteilt wurde, halten Sie sich daran. Wenn nicht, klären Sie vorab, ob für Ihre Untersuchung etwas zu beachten ist.

Getränke, Essen und Genussmittel: lieber konkret nachfragen

Was Sie vor dem Termin essen oder trinken dürfen, kann sich je nach Untersuchung unterscheiden. Für Sie gilt: Orientieren Sie sich an der Information von Praxis oder Labor. So vermeiden Sie, dass gut gemeinte allgemeine Regeln nicht zu Ihrem Auftrag passen.

Medikamente und Präparate nicht selbst ändern

Bitte setzen Sie verordnete Medikamente nicht eigenmächtig ab, verschieben Sie keine Dosis und ändern Sie auch den Einnahmezeitpunkt nicht ohne Rücksprache. Das gilt auch für frei verkäufliche Mittel, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Präparate. Halten Sie am besten Ihren Medikationsplan bereit und nennen Sie relevante Präparate bei der Rückfrage oder beim Termin.

Bewegung und Abweichungen vor dem Termin offen ansprechen

Starke körperliche Belastung kann einzelne Laborwerte beeinflussen. Haben Sie am Vortag sehr intensiv trainiert, Alkohol getrunken oder konnten Sie die vereinbarte Vorbereitung nicht einhalten? Sagen Sie es vor der Abnahme offen. Diese Information hilft Praxis und Labor, das weitere Vorgehen und die Ergebnisse passend einzuordnen.

Bei Angst, Schwindel oder früherer Ohnmacht Bescheid sagen

Wenn Ihnen bei Blutentnahmen schon einmal schwindelig wurde, Sie ohnmächtig geworden sind oder große Angst vor Nadeln haben, teilen Sie das bitte vor der Abnahme mit. Eine kurze Information vorab erleichtert einen ruhigeren und sichereren Termin.

Wann Sie vor dem Termin nachfragen sollten

Eine Rückfrage ist besonders sinnvoll, wenn unklar ist, ob Sie nüchtern kommen oder zu einer bestimmten Uhrzeit erscheinen sollen, Sie Medikamente oder Präparate einnehmen, ein spezieller Test vorgesehen sein könnte, Sie die vereinbarte Vorbereitung nicht einhalten konnten oder bei früheren Blutabnahmen starke Beschwerden aufgetreten sind.

Wichtig: Ändern Sie Ihre Behandlung nicht selbst. Praxis, Labor oder die anordnende Ärztin beziehungsweise der anordnende Arzt kann Ihnen für Ihre Untersuchung die passenden Vorgaben geben.

Fazit

Eine gute Vorbereitung auf die Blutentnahme beginnt nicht mit einer pauschalen Checkliste, sondern mit dem passenden Hinweis für Ihren Auftrag. Halten Sie sich an die mitgeteilten Vorgaben, verändern Sie Medikamente nicht eigenmächtig und sprechen Sie Abweichungen oder Unsicherheiten offen an. So können die Laborwerte möglichst sinnvoll eingeordnet werden.